Montag, 10. Oktober 2016

Den blauen Mond anheulen

Dieses Mal geht es um ein belgisches Witbier aus den Vereinigten Staaten. Nachdem mir Gyp Wit geschmeckt hat, bin ich sehr zuversichtlich, dass auch dieser Trunk mir munden wird.

Blue Moon Belgian White

Die Blue Moon Brewing Company ist eine kleine Brauerei aus Colorado. Und wenn Blue Moon Belgian White (kurz BMBW) repräsentativ ist, wissen die Leute da drüben wohl sehr genau wie man köstliches Bier braut.

Fast alles, was ich über das Gyp Wit gesagt habt, gilt auch für das BMBW. Nur schmeckt mir diese Variante des belgischen Klassikers einfach besser.

Ich werde, wenn sich die Gelegenheit bietet, mal die übrigen Sorten der Blue Moon Brewing Company kosten. Es wird mein Schaden nicht sein.

Dem geneignten Leser lege ich ans Herz, sich den Internet-Auftritt dieser kleinen, feinen Brauerei anzuschauen.

Eine Bemerkung sei mir noch erlaubt: Die Füllmenge von 355 ml ist etwas ulkig. Liegt an der seltsamen amerikanischen Metrik. Flüssigunze. Soso.

Montag, 26. September 2016

Tiger-Bier, oder der Tag an dem ich meinen Durst verlor

Lange war es still hier. Nun werde ich mich mal wieder zu Worte melden. Mit einem Bier aus weiter Ferne...


Heute möchte ich ein Lagerbier aus Singapur besprechen: Tiger-Bier.

Das Etikett verrät mir, dass Tiger-Bier seit 1932 gebraut wird. Und dass es Goldmedaillen gewonnen hat. In London, Genf und Paris.

Tiger-Bier wird von der Heineken Asia Pacific gebraut. Mir schwant Böses, während ich den ersten Schluck nehme. Heineken mag sich zwar großer Beliebtheit erfreuen, ist aber nicht so meins. Ein profilloses Durchschnittsbier. Massenmarktware.

Tiger-Bier enttäuscht nicht: Es ist genauso durchschnittlich.

Auch wenn der Gerstensaft (mit Mais-Einlage*) durchaus mundet, schmeckt er nicht meisterlich.

Welche Biere auch immer die Konkurrenz waren: Das muss eine ganz schön traurige Veranstaltung gewesen sein.

Wikipedia sagt, dass Tiger-Bier bei mehreren Wettbewerben gut abgeschnitten hat, was mehr über die Wettbewerbe als über das Bier sagt. Trotzdem ist es einer der zehn wichtigsten Marken Singapurs. Verrückte Welt.

Viel schlimmer: Tiger-Bier hat eine „Goldmedaille der amerikanischen Brewers Association in der Kategorie „Pilsener nach europäischer Brauart“ und den ersten Platz in der Kategorie „Geschmack von Lager-Bieren“ bei einem Blindtest der Sunday Times 1980“ (Höchst seriöse Quelle).

Europäisches Pils hat keinen Maisgries als Zutat. Also kann Tiger-Bier nicht nach europäischer Brauart hergestellt sein. Und das beste Lagerbier ist Tiger-Bier sicherlich auch nicht.

Nach der Flasche habe ich kein großes Verlangen, noch eine zu trinken. Wenn man es, wie die Flasche sagt, bei 4° C trinkt, kommt es vielleicht besser rüber. Aber da kalte Biere ja eher weniger Geschmack haben, spricht das auch Bände darüber, was die Brauer von ihrem eigenen Werk halten.

Was ich ironisch finde: Das Tiger-Bier stammt aus einem Land, in dem der Tiger ausgestorben ist.

Ich werde kein weiteres Tiger-Bier trinken. Nie wieder.

Außer wenn es heiß ist und ich nix anderes finden kann. Oder wenn mir jemand eine Flasche ausgibt. Oder ich sehr betrunken bin...


*Anmerkung: Warum? Geschmacklich macht es keinen Unterschied. Ist wohl einfach billiger...

Dienstag, 26. Juli 2016

Gypsy Inc., zum Ersten

Nachdem ich das letzte Mal ein dänisches Bier verköstigt habe, das in Belgien gebraut wird, schaue ich mir heute ein belgisches Bier an.

Gyp Wit

Dieses Witbier hat einen milden Geschmack, mit einer leichten Hopfennote. Da kann man die 4,7% Volumenalkohol schnell vergessen. Sollte man aber ob des Preises besser nicht.

Die Nähe des Witbieres zum bayrischen Weißbier kann man anhand der goldgelben, trüben Farbe erahnen. Auch der Geruch des Bieres erinnert an die Ambrosia aus dem Süden Deutschlands. Die feine Zitrusnote kann jedenfalls überzeugen.

Das Konsortium Gypsy Inc. hat nach eigen Angaben über 600 Biersorten auf den Markt gebracht. Auf der Homepage finde ich fünf Sorten, wobei Gyp Wit die vierte ist. Der Name „Gypsy“ lässt den Verdacht aufkommen, dass das Konsortium keine eigene Brauerei betreibt, weil es umherzieht. Sagt mir mein messerscharfer Verstand. Oder ein Blick auf die Homepage des Unternehmens. Die Internetpräsenz ist aber wieder dänisch.

Bierkonsortium braut belgisches Bier bei belgischer Brauerei. (Sagt das mal ganz schnell drei Mal hintereinander - nach drei Maß Bier)

Nachdem mich der milde Geschmack ebenso gestimmt hat – auch wenn er etwas schnell verfliegt – riskiere ich einen Blick auf die Zutaten. Wasser ist nie verkehrt. Gerstenmalz (Pale Ale Malz um genau zu sein) ist auch immer eine gute Idee. Weizen hätte ich in einem mit dem Weißbier verwandten Bier sowieso erwartet. Zum Brauen braucht es natürlich auch Hopfen, Braufactum war so freundlich und hat die Sorten aufgelistet: Citra, Saazer und Tettnanger.

So weit, so gut. Alles Dinge, die ich in einem Bier erwarte. Was fehlt noch?

Es fehlen noch Orangenschale, Koriander und Hefe. Orangenschale und Koriander?

Bisher war mir nicht bewusst, dass die Belgier deutlich anders würzen als wir. Jedenfalls wenn es ums Bier geht. Dem Geschmack tut das keinen Abbruch, aber das bayrische Reinheitsgebot ist schon mal nicht erfüllt. Tatsächlich hat eine kurze Recherche ergeben, dass die Belgier gerne die beiden genannten Zutaten in ihr Witbier mischen. Grut ist ebenfalls beliebt. Insbesondere Letzteres zeugt von einer historisch-orientierten Brautradition.

Wie beim letzten Bier finde ich auch das Etikett von Gyp Wit hübsch. Vielleicht sollte der deutsche Markt auch mal schicke Etikette einführen.

Wie ich schon angedeutet habe, verkauft in Deutschland Braufactum dieses Bier. Wieder mit fancy Nummer (991997) und wieder mit not so fancy Preis: 2,99 € für 0,33 Liter.

Teuer und im Geschmack etwas dünn. Für den Preis werde ich nicht nochmal zu schlagen. Denn das heimische Weizenbier ist als Erfrischung an heißen Tagen genauso gut.

Montag, 11. Juli 2016

Mikkeller, die Erste

Heuer geht's um ein Pale Ale der Mikkeller Brewery aus dem wunderschönen Dänemark.
Brauen die Dänen so gut, wie sie lustige Buchstaben erfinden?

Peter, Pale & Mary


Ein munteres American Folk Pale Ale mit 4,6 % Volumenalkohol und - wie man es von einem Pale Ale erwartet - einer ordentlichen Portion Hopfen.

Was will man mehr?

Ein Blick auf die Zutaten stimmt den Puristen in mir etwas missmutig. Was zur verfickten Hölle hat Hafer in meinem Bier verloren? Aber es ist nicht mein Bier, sondern das geistige Produkt eines Anderen. Also einen Schluck nehmen und etwas Ruhe bewahren.

Was soll ich sagen...der erste Schluck stimmt mich versöhnlich. Hafer hin, Hafer her: Es schmeckt. Das macht diesen Trunk schon einmal besser als viele heimische Bier. Der typisch fruchtige Geruch eines Pale Ales erschwert den zweiten Schluck definitiv nicht. Oder den Dritten.

In Deutschland vermarktet Braufactum dieses Bier. Der Laden war so nett, die Flaschen durch zu nummerieren. Ob das ernst gemeint oder nur eine Marketinggag ist, weiß ich nicht. Ist aber auch Latte (Wen die Nummer meines Bieres interessiert: 978636).

Das Etikett ist hübsch, vor allem wenn ich es mit dem ganzen deutschen Einheitsbrei vergleiche. Wenn ich eine Flaschensammlung aufbauen würde: Diese Flasche müsste rein. Apropos Flaschensammlung: Eine sehr beeindruckende Sammlung habe ich im The Porterhouse in Dublin gesehen. Wenn ihr in der Stadt seid: Geht auf jeden Fall in den Pub!

Auch wenn das Äußere ganz hübsch und das Bier sehr schmackhaft sind, der Preis ist schon hart an der Schmerzgrenze. 3,49 €. Für 0,33 Liter.

Vielleicht liegt es ja daran, dass eine dänische Brauerei in Belgien brauen lässt. Keine Ahnung ob das Zeug erst nach Dänemark gebracht wird, um dann hierher importiert zu werden. Vielleicht ist die Marge aber auch so klein, dass jede Flasche ihren doch deftigen Preis besitzt.

Würde ich es trotz des Preises nochmal kaufen: Ich denke ja. Aber es gibt sehr viele gute Biere. Daher werde ich wohl in nächster Zeit nicht nochmal Peter, Pale & Mary trinken.

Worum es geht

Moin, moin!

In diesem Blog werde ich (sehr subjekive) Bewertungen zu Biersorten abgeben, über meine eigenen Bierkreationen schwärmen und ein paar weitere Themen anschneiden.

Was für weitere Themen?
  • Rollenspiele (analog und digital) und Fantasy (in allen Medien)
  • Bier in diesen beiden Themenkomplexe

Impressum

Lars Benjamin Gravert
Overgünne 202
44269 Dortmund

Telephone: 0231 / 2888614
email: lars.gravert@gmx.de